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Gütersloh (ots) - Der neue Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) wurde heute um 11 Uhr auf einer offiziellen Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.
Dazu titelte die "Bild"-Zeitung heute bereits im Vorfeld "Die Pflege- Schande" und prangert in der Folge die zum Teil skandalösen Missstände in deutschen Pflegeeinrichtungen an.
Aus aktuellem Anlass möchte die Deutsche Demenz Stiftung - Vergissmeinnicht mit Sitz in Gütersloh zu dem heute veröffentlichten "Prüfbericht es Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Pflege in Deutschland 2007" (Pflegebericht 2007) wie folgt Stellung nehmen:
Es wird ausdrücklich betont, dass die "Bild"-Zeitung die Zahlen aus dem vorab bekannt gewordenen Prüfbericht korrekt wiedergegeben hat. Demnach bekommt jeder dritte Pflegefall nicht genug zu essen und zu trinken - in Heimen sind es 34,4 Prozent, bei der ambulanten Pflege sind es 29,6 Prozent. Mehr als 35 Prozent der Heimbewohner und mehr als 42 Prozent der ambulant Pflegebedürftigen zu Hause werden nicht häufig genug umgebettet und sich liegen sich deshalb wund.
Bei 15,5 Prozent der Heimbewohner und bei 21,5 Prozent der ambulant Versorgten diagnostizieren die Prüfer keine angemessene Inkontinenzversorgung. Besonders Demenzkranke werden nicht ausreichend betreut (Heime: 30,3 Prozent, ambulant: 26,1 Prozent).
Für den Prüfbericht wurde die Situation von mehr als 40.000 Pflegebedürftigen in Heimen und zu Hause untersucht.
Der Bund der Pflegeversicherten gab dem Medizinischen Dienst eine wesentliche Mitschuld an den Missständen. Zugleich verlangte der Vorsitzende des Bundes, Gerd Heming, im Südwestrundfunk für die Pflege eine bundeseinheitliche Aufsichtsbehörde. Die Deutsche Demenz Stiftung - Vergissmeinnicht schließt sich dieser Forderung an.
Die Deutsche Demenz Stiftung - Vergissmeinnicht mahnt dringend eine fundamentale Reform der Pflegeversicherung an. "Seit in Kraft treten der Pflegeversicherung in Jahr 1995 haben sich die Rahmenbedingungen in der Pflege grundlegend verschlechtert. Während es auf der einen Seite seit 1995 fest geschriebene Pflegesätze gibt, die bisher nicht inflationsbereinigt wurden, wird das System der Pflegeversicherung auf der anderen Seite mit einer stark steigenden Zahl von Pflegebedürftigen konfrontiert. Insbesondere werden die mit Demenzerkrankungen verbunden Probleme durch die Pflegeversicherung in ihrer jetzigen Form nur unzureichend abgebildet", sagt Dr. Michael Klemm, Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Demenz Stiftung und Geronto-Psychiater aus Bielefeld.
Die Erhöhung der Pflegebeiträge ist allerdings nicht ausreichend. Zudem müssen neue Konzepte für den Umgang mit dem Pflegenotstand in Deutschland entwickelt werden. Eigeninitiative und persönliches Engagement müssen dazu weiter gefördert werden. "Die grundlegende Frage ist, was ist uns die Würde des Menschen, und eine ethisch einwandfreie pflegerische Versorgung der Menschen in dieser Gesellschaft wert ist", sagt Stefan Roggenkamp, Vorstand der Deutschen Demenz Stiftung.
Deutsche Demenz Stiftung - Vergissmeinnicht
www.deutsche-demenz-stiftung.de
(ots)
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08/07
(nm)
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