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| Fatale Wissenslücke: So haben Chlamydien keine Chance |
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Wissen Sie eigentlich genau, was Chlamydien sind? Nicht? Dann bilden Sie keine Ausnahme, denn die meisten Bundesbürger können mit dem Begriff nicht viel anfangen. Eine fatale Wissenslücke, denn unter Experten gilt die Chlamydien-Infektion als die am weitesten verbreitete Geschlechtskrankheit in Deutschland. Und was noch schlimmer ist: Eine Infektion führt nicht selten zu Unfruchtbarkeit. Wie Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.
Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts sind bis zu zehn Prozent der jungen Frauen mit Chlamydien infiziert. Zwei von zehn Infizierten werden später unfruchtbar. Da die Infektion bei Frauen kaum Symptome aufweist, erfolgt zumeist auch keine Behandlung. Selbst Gynäkologen erkennen die Infektion oft nur dann, wenn sie einen speziellen Test durchführen. Schreitet die schleichende bakterielle Entzündung voran und verklebt die Eileiter, wird eine Empfängnis auf natürlichem Weg unmöglich. Dabei beschränken sich die Erreger nicht nur auf das weibliche Geschlecht. Auch Männer werden von Chlamydien befallen, und auch hier bleibt jede zweite Infektion unbemerkt. Eine Misere in den Augen vieler Mediziner, da diese bei entsprechenden Früherkennungsuntersuchungen eine einfache und wirksame antibiotische Behandlung einleiten könnten. Die Schweden machen’s vor In Schweden werden bereits seit den 80er Jahren Reihenuntersuchungen durchgeführt, wodurch die Infektionsrate drastisch gesenkt wurde. Seit Januar 2008 soll nun auch bei uns ein entsprechendes Screening-Programm der "heimlichen Volksseuche" die Stirn bieten. Untersucht werden alle Frauen unter 25 Jahren. Die jährliche Untersuchung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Unverständlicherweise werden die Männer ausgeklammert, obwohl gerade sie zur Verbreitung der Chlamydien beitragen. Der einfachste und beste Schutz ist daher – wie bei allen Geschlechtskrankheiten – immer noch ein Kondom. Somit schützt "Safer Sex" nicht nur vor Aids, sondern auch vor Unfruchtbarkeit. 03/08 (nm) |
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